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Samstag, 4. April 2009

Die sicherste Methode um positiv aufzufallen...

... sind gute Manieren.

Letztens wartete ich im strömenden Regen im überdachten Wartehäuschen. Neben mir stand ein jüngerer Mann im gut geschnittenen Anzug und im Trenchcoat. Die Straßenbahn fuhr vor. Ich zögerte, weil ich in beiden Händen schwere Taschen trug und es für mich anstrengend war, mit den Taschen in der Hand den Knopf zum Öffnen der Tür zu drücken. Da der junge Mann neben mir aber keinerlei Anstalten machte, ebenfalls einzusteigen, blieb mir nichts anderes übrig, als in den Regen hinaus zu treten und genau das zu tun. Kaum öffnete sich die Tür, enterte der junge Mann an mir vorbei mit einem Riesensatz die Straßenbahn, während ich sichtbar mühevoller in die Bahn stieg. Danach lächelte er mir auch noch wie ein zerknirschter kleiner Junge zu. Sorry, was sollte ich machen, ich wollte nicht nass werden. Doofkopp. Ich bin jetzt noch sauer über diese grobe Unhöflichkeit.

Es gibt nur noch sehr wenige Menschen, die sich höflich und zuvorkommend zu benehmen wissen. Diese These vertrete ich noch energischer, seitdem ich wieder regelmäßig Straßenbahn fahre. Da gibt es den Mann, der mit offenem Maul ungeniert gähnt - anstatt sich die Hand vor den Mund zu halten. Schrecklich ist auch die Frau, die sich jeden Morgen bei ihre Schatzilein-Tochter via Handy nach deren Befinden erkundigt. Oberfurchtbar sind die Typen - männlich wie weiblich - die selbst beim Brötchenholen nicht aufhören, in ihre Handys zu quatschen.

Wer heutzutage positiv auffallen möchte, braucht eigentlich nur gute Manieren zu beweisen, denn mittlerweile sind die so selten geworden wie schwarze Perlen.

Ein Mann mit guten Manieren und Stimmen: Fady Maalouf mit Will you still love me tomorrow: