Pünktlich mit dem Frühling stellt sich bei so manchem von uns das Gefühl ein, etwas ändern zu müssen. Wollen wir abnehmen, etwas für unsere Gesundheit tun oder uns endlich mal wieder um unsere Finanzen kümmern? Egal, welche Ziele wir uns setzen - wir werden sie nur erreichen, wenn wir akzeptieren, wo wir momentan stehen.
Es ist nun einmal nicht zu ändern, dass auf unseren Hüften ein paar Pfunde zu viel lagern und unsere Haut während des Winters so weiß wie Schnee geworden ist. Attraktiv ist anders, oder? Falsch, mit sich hadern bringt gar nichts. Jammern macht auch nicht glücklich. Negative Gedanken blockieren. Die Dinge sind nun einmal so wie sie sind. Warum also unnötige Energie vergeuden, indem ich mich innerlich dagegen sperre? Wer nicht haben kann, was er liebt, muss lieben, was er hat.
Wie schön, dass heute Freitag ist und ich morgen ein wenig länger schlafen kann als sonst :-).
So beantwortet der Erfolgscoach Frank Wilde in seinem Buch "Beweg deinen Arsch" (provozierend, aber nicht schön) die Frage, wie man mit Ratschlägen umgehen soll.
Ob Fußball, Kindererziehung oder Politik - alle, alle, alle können mitreden und wissen natürlich alles viel besser. Auch diejenigen, die selbst völlig unsportlich sind, selbst keine Kinder haben oder in der Zeitung stets nur die Seite "Buntes aus aller Welt" aufschlagen. Beim Autofahren ist es ähnlich. Leute, die selbst keinen Führerschein besitzen, wissen selbstverständlich ganz genau, wie man "richtig" fährt: schneller!, langsamer!, pass doch auf! Und als Autorin hätte ich da auch noch Einiges aus dem Nähkästchen zu plaudern. Sätze wie "Warum schreibst du nicht mal so etwas Ähnliches wie Harry Potter" oder komplette "Anleitungen" für den perfekten Roman gehören zu den Standards, die ich gelegentlich zu hören bekommen.
Aber wenn ich ganz ehrlich bin, fällt es mir manchmal auch schwer, mich mit Ratschlägen zurückzuhalten. Meine bevorzugten "Opfer" sind dabei natürlich die Menschen, die mir nahe stehen und denen ich mich verbunden fühle. Gelegentlich habe ich einfach das Bedürfnis, meine gesammelte Lebenserfahrung weiterzugeben. Vielleicht kann ich anderen unangenehme Erfahrungen ersparen, so denke ich.
Nett gemeint, aber natürlich völliger Quatsch. Wir haben immer nur Recht für uns selbst. In unser Gegenüber können wir nicht hineinsehen. Trotzdem wollen wir dem anderen etwas diktieren, vielleicht sogar Macht über ihn ausüben. Dass der Andere davon nicht begeistert ist, versteht sich wohl von selbst.
Was also tun? Einfach nur zuhören und für den Anderen Verständnis entwickeln, rät Wilde. Mache keine Vorschläge, lebe sie vor.
Ein guter Tipp! Heute Abend im Familienkreis werde ich gleich damit anfangen zu üben und ein leuchtendes Beispiel sein an Freundlichkeit, Sanftmut und Verständnis...
Bei diesem ständigen Regenwetter ist mir nach Kuscheleinheiten für die Seele zumute. Judy Garland singt Somewhere over the rainbow: