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Montag, 28. September 2009

Kämpfen! - Kämpfen?

Wann genau hat die Sache mit dem Kämpfen eigentlich angefangen?

Heutzutage schmettern einem schon kleine Kinder entgegen, dass sie "kämpfen" werden, wenn sie etwas nicht auf Anhieb erreichen. Schaltet man irgendeine x-beliebige Fernsehsendung an, verkünden die Hauptpersonen ebenfalls, dass sie für ihre Sache kämpfen werden. Nur nicht aufgeben, lautet die Devise, selbst dann nicht, wenn die Sache als solche völlig ausweglos ist.

Kämpfen hat sich zu einer modischen (Un-) Tugend unserer Tage entwickelt. Vertraute Ziele werden fest im Visier behalten, selbst dann, wenn sie im Laufe der Zeit zunehmend fragwürdig erscheinen.

Wer erst einmal die magische Zahl 50 überschritten hat, sollte seine Ziele besonders ernsthaft regelmäßig überprüfen. Halte ich am Ende nur deshalb an Ihnen fest, weil ich mir eine Niederlage nicht eingestehen will? Warum soll ich weiterhin meine Energie in ein aussichtsloses Projekt stecken, wenn ich stattdessen schon längst etwas Neues und Vielversprechenderes ins Auge fassen könnte.

Es kann sehr erleichternd sein, die eigenen Pläne regelmäßig auf den Prüfstein zu stellen. Oder um es mit einem Spruch unserer eigenen Mütter zu sagen: "Alle guten Dinge sind drei". Wenn eine Sache, die ich mir in den Kopf gesetzt habe, selbst beim dritten Anlauf nicht gelingen will, ist es ratsam, einfach aufzugeben und loszulassen. Alles andere kostet nur wertvolle Lebensenergie.

Oder um es mit einem weiteren Sprichwort zu sagen: "Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende."

Ein interessanter und empfehlenswerter Artikel zum Thema steht bei freundin-online.

Mittwoch, 26. November 2008

Man hat es oder hat es nicht

Frostige Novembertage und das nahende Jahresende. Ich blättere in einem Gedichtband und finde dieses Gedicht des altersweisen Theodor Fontane:


Man hat es oder hat es nicht

Nur als Furioso nicht erstreben
Und fechten, bis der Säbel bricht;
Es muss sich dir von selber geben -
Man hat es oder hat es nicht.

Der Weg zu jedem höchsten Glücke,
War das Gedräng auch noch so dicht,
Ist keine Beresina-Brücke -
Man hat es oder hat es nicht.

Glaub nicht, du könnt'st es doch erklimmen
Und Woll'n sei höchste Kraft und Pflicht;
Was ist, ist durch Vorherbestimmen -
Man hat es oder hat es nicht.


Wer kennt sie nicht, die Glücksformel unserer Tage?: Jeder kann jedes Ziel erreichen, solange er es auch wirklich will. Fontane war offensichtlich anderer Meinung. Mit dem Kopf lässt sich nichts erzwingen. Was richtig ist, ergibt sich wie von selbst und ganz natürlich.

O ja, ich weiß, was er meint. Da glaubt man an eine Idee und an ein Projekt, setzt Himmel und Hölle in Bewegung, um auch andere davon zu überzeugen - und steht am Ende doch mit leeren Händen da. Eine meiner diesjährigen Filmideen war ein solche Enttäuschung. Vier- oder fünfmal hatte ich das Exposee für meinen Produzenten umgeschrieben. Vergeblich, kein Fernsehsender konnte sich dafür begeistern. Es sollte wohl nicht sein. Oder, um mit Fontanes Worten zu reden: Man hat es oder hat es nicht.

Time for Dreams von Schiller und dem chinesischen Pianisten Lang Lang. Wunderschön: