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Donnerstag, 10. Juni 2010

Wer ist da in meinem Spiegel?

Eine Fremde hat es sich in meinem Spiegel gemütlich gemacht, ohne dass ich sie dazu eingeladen habe. Vielleicht verschwindet sie von allein wieder. Zurzeit sieht aber nichts danach aus.
Ich kann sogar eine gewisse Ähnlichkeit zwischen uns erkennen. Die Augenfarbe. Das Lachen. Die Art zu sprechen. Doch die Gesichtskonturen bei ihr sind weniger straff, die Gesichtshaut ist weniger faltenlos. Die zornige Falte auf ihrer Stirn habe ich an mir auch noch nie bemerkt.

Eins haben wir beide gemeinsam - wir lachen gern. Das ist doch immerhin eine gute Basis, um sich miteinander vertraut zu machen. Ist es nicht seltsam, das Altern?

Samstag, 6. Februar 2010

Substanz. Neugier. Erfahrung. Bereicherung.

Schon wieder ein neuer Header für diesen Blog, stecke noch mitten im Denkprozess. Komme meinem Ziel, die künftige Richtung festzulegen, immer näher.

Substanz - Ich möchte mich nur noch mit Dingen beschäftigen, die Hand und Fuß haben. Mit Dingen, die es mir wert sind, meine Zeit darauf zu verwenden. Zeit ist kostbar und wird mir immer kostbarer, je älter ich werde.

Neugier - Ich möchte mir meine Neugier auf Neues bewahren. Das Wertvolle im Alten bewahren, das Neue entdecken. Veränderungen sind gut, sofern sie es mir wert sind.

Erfahrung - Mit über 50 Jahren verfüge ich über reichlich Lebens- und Berufserfahrung. Darauf möchte ich aufbauen, wenn ich Neues erobere. Ich bin bereit, meine Erfahrung mit anderen zu teilen, ohne mich aufzudrängen und immer unter der Voraussetzung, dass es Sinn macht. Ob es Sinn macht, entscheide ich. Ich lass mich nicht mehr bedrängen.

Bereicherung - Die Dinge, mit denen ich mich beschäftige, sollen zur Bereicherung beitragen, von mir und vielleicht auch von anderen. Das Leben ist eine Bereicherung.

Damit es an diesem Samstagabend nicht zu feierlich wird, ist hier ein ganz wunderbarer Loriot-Sketch zum Thema "Schöngeistige Literatur":

Samstag, 18. April 2009

Jung bleiben ist eine Geisteshaltung

Mein Sternzeichen ist der Stier und unaufhaltsam nähert sich mein nächster Geburtstag. Wer wie ich die 50 schon einige Zeit überschritten hat, betrachtet sein Spiegelbild gelegentlich schon mal etwas kritischer - was dabei herauskommen kann, habe ich in einem anderen Beitrag vor ein paar Tagen bereits beschrieben... ;-).

Wenn ich mir meine gerade erst neunzehn Jahre alt gewordene Tochter ansehe, dann frage ich mich schon manchmal, wo die Zeit geblieben ist. Trotzdem möchte ich die Uhr nicht zurückdrehen. Dafür gibt es einfach viel zu viele Erfahrungen, die ich nicht mehr missen möchte und die mich stark gemacht haben.

Wisst ihr, was wirklich erstaunlich ist? Innerlich fühle ich mich keinen Tag älter als Mitte Zwanzig. Woran das liegt?

Vielleicht daran, dass ich niemals aufhöre, mich für Neues zu interessieren und Neues auszuprobieren. Ich habe mit meinem Leben keineswegs abgeschlossen, sondern noch tausend neue Pläne für die Zukunft. Und ich weigere mich strikt, mich selbst als alt zu bezeichnen. Denn ich bin fest davon überzeugt, dass Jung bleiben eine Geisteshaltung ist.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein wirklich verjüngendes Wochenende!

Oh Happy Day aus dem Film Sister Act 2 mit Whoopie Goldberg:

Freitag, 27. März 2009

Immer wieder Neues wagen

Ich kenne nicht wenige Menschen, die sich seit Jahren in immer denselben Bahnen bewegen. Ihr Alltag ist so berechenbar wie die Uhrzeit. Sie bewegen sich innerhalb selbst gezogener Grenzen und mögen alles - bloß keine Überraschungen. Mit dreißig sehen sie aus wie vierzig und von da an eigentlich immer gleich. Bei genauem Hinsehen bemerkt man, dass die Mundwinkel der "Unbeweglichen" ganz leicht nach unten zeigen. Und auf der Oberlippe kräuseln sich viele winzige Knitterfalten, das kommt vom häufigen Zusammenpressen der Lippen, wenn mal wieder jemand oder etwas gegen ihre Prinzipien verstößt.
Zu beneiden sind diese Menschen wirklich nicht, auch wenn ich jetzt natürlich ein wenig übertrieben habe.

Wo bleibt der SPASS? Wo die Neugier, Grenzen zu überschreiten?

Wenn der eigene Alltag keine echten Überraschungen mehr bietet und sich morgen wie heute anfühlt, dann wird es Zeit, mal wieder Neues zu wagen. Dann sollte ich mich fragen: Was reizt mich? Wozu hätte ich Lust? Was könnte ich mal ausprobieren?

Das fängt mit Kleinigkeiten an wie z.B. mit der linken statt mit der rechten Hand die Zähne zu putzen, statt der ewig gleichen Pizza Hawai eine Pizza Calzone essen, einen anderen Weg zur Arbeit oder zum Bäcker nehmen.

Oder wie wäre es, wenn du endlich

- den Italienischkurs buchst, den du schon so lange planst
- dich in der Tanzschule anmeldest, auch ohne festen Partner
- lernst, dich in Konfliktsituationen klüger zu verhalten

... und... und... und... Dir fällt bestimmt was ein, was du schon lange mal unternehmen wolltest. Sei erfinderisch!

Dann macht das Leben wieder Spaß und jung bleibst du auch.

Diana Ross zum 65. Geburtstag: Missing you:

Freitag, 27. Februar 2009

Kuh oder Ziege

Auch wenn ich es für mich ablehne, als Silver Ager bezeichnet zu werden, gebe ich gerne zu, dass der 50. Geburtstag in mancherlei Hinsicht meine eigene Körperwahrnehmung verändert hat.

Da sind zum einen die unübersehbaren zusätzlichen Pölsterchen auf meinen Hüften, am Bauch, eigentlich rundum. Sie kamen über Nacht. Mit Kleidergröße 36/38 ging ich abends schlafen, mit einer - äh - größeren Kleidergröße wachte ich wieder auf. Zuerst war ich erschrocken, doch ganz allmählich beginne ich mich an mein neues Spiegelbild zu gewöhnen.

Wie heißt es doch noch gleich? Während der Wechseljahre entwickelt sich eine Frau entweder zu einer Kuh oder zu einer Ziege. Nun, mein Körper hat sich für die Kuh entschieden, ohne mich vorher großartig gefragt zu haben.

Und dann gestern: Von 6.30 - 19.00 Uhr war ich dienstlich unterwegs. Ich habe viel Wissenswertes erfahren, mit vielen neuen Menschen gesprochen, saß stundenlang in Zügen und habe viel zu wenig gegessen. Endlich wieder daheim reichte meine Kraft nur noch zum Abhängen vor dem Fernsehgerät (Bravo, Bremen, Ihr seid weiter :-)!) . Heute früh beim Aufstehen fühlte ich mich wie gerädert und hätte liebend gerne ein paar Stündchen mehr geschlafen.

Liegt es am fortgeschrittenen Alter oder rede ich mir das am Ende nur ein? Man ist so alt wie man sich fühlt, lautet ein Sprichwort und wie in jeder Volksweisheit steckt auch in dieser viel Wahrheit.

Wer immer nur denkt, dass er alt ist, m u s s sich ja alt fühlen. Deshalb lautet mein aktuelles Mantra ab sofort: "Ich fühle mich jung, auch wenn ich keine 20 mehr bin."

Zur guten Nacht spielt eine Virtuosin an der Hammond Orgel auf: Barbara Dennerlein - Hot Stuff. Ihre Fußtechnik ist bewundernswert:

Mittwoch, 25. Februar 2009

Für Silver Ager bin ich noch zu jung

Auf der Suche nach Informationen über die Wirksamkeit von Gelatine bei Knieproblemen, stieß ich auf einen interessanten Artikel, in dem die Auffassung vertreten wird, dass Übersäuerung die Ursache für Gelenkschmerzen sein kann. Was in einem solchen Fall zu tun ist, kann hier nachgelesen werden.

Erst auf den zweiten Blick erkannte ich, dass der Beitrag im Online-Magazin "Bonavita 50plus - das Online-Magazin für Silver Ager" veröffentlicht ist.

Nun, beim Alter 50plus fühle ich mich natürlich angesprochen, deshalb habe ich gleich mal ein bisschen herumgeblättert. Wollt ihr meine ehrliche Meinung hören? Das Online-Magazin ist sicherlich professionell gestaltet. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei den Autoren hauptsächlich um Profis. Aber weder finde ich mich in der Bezeichnung "Silver Ager" wieder - die klingt nach mindestens 70plus - noch in den abgebildeten Fotos.

Aber ich möchte euch nicht beeinflussen. Schaut am besten selbst mal bei Bonavita 50plus vorbei - ich warte mit meinem nächsten Besuch noch ein paar Jahre ;-).

Als Musikgruß lasse ich euch heute Deutschlands Beitrag für den diesjährigen Eurovision Song da: Alex swings, Oscar sings mit Miss Kiss Kiss Bang. Wir werden ja sehen, auf welchem Platz wir dieses Mal landen. Das Schöne ist: schlechter kann's nicht mehr werden. Nur eins irritiert mich: Wurde der mir bis dahin unbekannte Oscar nicht als schön beschrieben?????

Mittwoch, 18. Februar 2009

Bringt Energie, raubt Energie

Wer in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Brigitte 08/2009 blättert, wird auf Seite 90 auf ein Dossier zum Thema "So bringen Sie Ihre Energie zum Sprudeln" stoßen. Ich schätze die Themendossiers der Brigitte sehr, weil sie meistens sehr gut recherchiert und aufbereitet sind.

Danach gewinnt neue Energie, wer z.B.

- alle paar Monate Bilanz zieht und aufschreibt, an welchem Punkt des Lebens man gerade steht

- regelmäßig den Kopf entleert (Meditation, Übungen in der Stille etc.)

- bewusst atmet

- Zeit zu zweit verbringt

- Sport treibt

- die eigenen Finanzen im Griff hat.


Daneben gibt es ein paar Dinge, die man besser meidet, weil sie Energie rauben:

- Dauerjammern und Schwarzmalen

- an Zielen festhalten, die offenkundig (noch) eine Nummer zu groß sind

- sich mit Dauernervern abgeben

- Perfektionismus

- zwanghaftes Verhalten, wie z.B. dauerdiäten.


Hier ist der Link zur Brigitte für alle, die selber nachlesen möchten.

Auf dass wir unser Leben in vollen Zügen genießen lernen :- ).

Jean-Jacques Goldmann singt Nuit:

Mittwoch, 12. November 2008

Gefühltes Alter: 39

Als ich heute in der Zeitschrift freundin 46/2008 blätterte, stieß ich auf den Artikel "Wie alt fühlen Sie sich?"

Zitat: "In unserer Gesellschaft sind die Altersgrenzen wirklich fließend", weiß der Psychologe Dr. Ronald Henss ... und fügt hinzu: "Das innere Alter nimmt eine viel größere Bedeutung ein, als dies noch vor 50 Jahren der Fall war." Weil die Lebensmodelle heute offener sind. Weil man mehr darf. Und deshalb auch öfter entscheiden muss, was man eigentlich will." Passend zum Beitrag werden einige Frauen vorgestellt, deren gefühltes Alter zum Teil deutlich abweicht, mal nach oben, mal nach unten.

Natürlich denke ich sofort darüber nach, wie alt ich mich selbst fühle. Ich brauche nicht lange zu überlegen : Ich fühle mich wie 39 und keinen Tag älter. Ich durchlaufe gerade in jeder Hinsicht eine wirklich positive Phase, fühle mich sehr kreativ und dynamisch. "Sie strahlen etwas Positives aus", wurde mir erst gestern wieder gesagt. Ein Kompliment, über das ich mich sehr freue.

Damals, mit 39 hingegen, habe ich mich mindestens wie 50 gefühlt. Zwei kleine unternehmungslustige Kinder, wenig Schlaf, viel Arbeit beruflich wie privat. Damals habe ich mich in meinem Erstberuf beurlauben lassen, um mich selbst zu entlasten. Ein wichtiger Einschnitt in meinem Leben. Wer weiß, ob ich es ohne diesen Schnitt jemals zu mehreren eigenen Büchern und Drehbüchern gebracht hätte.

Ja! Es ist wirklich toll, auf dem Papier 50 zu sein, sich innerlich aber wie Ende 30 zu fühlen. Ja! Und noch mal ja! Ich fühle mich richtig gut und genieße es.

Zum Abschluss ein kleines Highlight: Zarah Leander interpretiert "Yesterday" von den Beatles auf ihre ganz eigene, brillante Weise: