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Samstag, 25. September 2010

Agatha Christie: Reizende alte Damen

"Wer mit siebzig eine reizende alte Dame sein möchte, muss als 17-jähriges Mädchen damit anfangen."

Agatha Christie (15.9.1890 - 12.1.1976), britische Krimi-Autorin

Ich frage mich, wie Agatha Christie diesen Satz (wirklich) gemeint hat. Laut Wörterbuch erlaubt das so harmlos klingende Wort "reizend" durchaus unterschiedliche Deutungen.

A) nett, süß, angenehm, anziehend, anmutig, hübsch, charmant, bezaubernd, liebenswürdig

Diese Wortbedeutung kam mir zuerst in den Sinn, sie klingt in meinen Ohren sehr verlockend. Ich denke an mild blickende weißhaarige ältere Damen, die man gerne um sich hat.

Aber da gibt es auch noch einen anderen Wortsinn:

B) spöttisch, sarkastisch: unangenehm, eklig, das Gegenteil von [1].

Einer Krimi-Autorin wie Agatha Christie dürfte dieser Wortsinn durchaus entgegenkommen, kann er doch hervorragend als Mordmotiv dienen. Und mal ehrlich - im Alltag ist der Typus der verbitterten boshaften Alten gar nicht so selten.

C) "reizend" kann aber auch bedeuten: einen (Würg-, Brech- oder Abwehr-)Reiz auslösend

Auch diese Interpretation klingt nicht sonderlich verlockend, hat aber weniger mit der älteren Dame als mit der Person zu tun, die auf diese reagiert. Wenn ich sanftmütige ältere Damen nicht ausstehen kann, werden diese bei mir eine Abwehrreaktion auslösen. Umgekehrt gilt dies natürlich auch für sarkastische ältere Frauen.

Ob ich später, also wenn ich deutlich älter bin als jetzt, zu den angenehmen oder zu den unangenehmen Personen zählen werde, habe ich selbst in der Hand, daran kann ich arbeiten. Auf keinen Fall jedoch sollte ich mein Seelenheil davon abhängig machen, wie andere auf mich reagieren.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein bewusstes Altern!

Sonntag, 4. Juli 2010

Gute Laune ab 50!

Da blättere ich so in der aktuellen Ausgabe von Gesundheit für Frauen, Juli 2010 und stoße dabei unerwartet auf einen Artikel, der wie geschaffen für diesen Blog hier ist.

Menschen über 50 fühlen sich allgemein besser und haben mehr Spaß im Leben als jüngere. Zu diesem Ergebnis kamen amerikanische Forscher, nachdem sie 340.000 Menschen befragt und die Antworten ausgewertet hatten. Während bei den Jüngeren Gefühle wie Stress, Ärger und Wut vorherrschten, klagten Menschen zwischen 40 und 50 Jahren vor allem über Kummer und Unruhe. Ist der 50. Geburtstag überwunden, lassen diese Gefühle nach. Einzige Ausnahme: Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, aber nur bei denen, die ohnehin dazu neigen.

Mehr Informationen zu der Studie liefern die Seiten:

http://www.praxis-dr-shaw.de/blog/werden-wir-im-alter-glucklicher-2/

http://science.orf.at/stories/1648145/

Frauen sind im Alter sogar glücklicher als Männer, wie auf der Seite des Instituts für Glücksforschung in München nachzulesen ist - hier klicken.

Worauf also warten? Genießen wir das Leben!

Samstag, 26. Juni 2010

Buchtipp 50 +: "Der Hals lügt nie" von Nora Ephron



Nora Ephron: "Der Hals lügt nie", TB Blanvalet,
ISBN978-3-442-37276-8WG2110

Eigentlich bin ich kein Fan von Kurzgeschichten. Und zum Entsetzen meiner Kinder habe ich auch noch niemals den Wunsch verspürt, in New York zu leben. Dennoch haben mich die Essays der bekennenden New Yorkerin Nora Ephron zu Tränen gerührt.

Die Autorin hat mich auch zum Schmunzeln gebracht, zum Beispiel mit ihrem Kapitel über notwendige Instandhaltungsarbeiten, die mit zunehmendem Alter immer umfangreicher werden: "Ich muss Ihnen leider berichten, dass ich einen Schnurrbart habe. In Wahrheit hatte ich ihn eigentlich immer schon, aber jahrelang hat er irgendwie geschlafen und war unauffällig oder nur so bedrohlich wie eine graue Wolke, aus der es eventuell regnen könnte... Dann kam die Menopause... und er war nicht mehr unauffällig und leise bedrohlich, sondern schlicht und bedrohlich da." Wer wundert sich nun darüber, dass ich mittlerweile meine Oberlippenpartie besonders kritisch betrachte? Rein zufällig landete ich gestern erst auf der Homepage eines Instituts für Haarentfernung aller Art.

Wunderbar auch Sätze wie: "Was dir an deinem Körper mit fünfunddreißig falsch vorkommt, ist mit fünfundfünfzig schon Nostalgie" oder "Mit fünfundfünfzig hast du über der Taille eine hängende Rolle, auch wenn du schrecklich dünn bist."

Wirklich berührt hat mich das Essay "Was ist denn die Alternative?", in dem sie sich sehr ernsthaft mit dem Älterwerden auseinandersetzt: "... Und Sie können nicht mehr so lange Strecken mit dem Fahrrad zurücklegen. Und wenn Sie noch berufstätig sind, sind Sie umgeben von jungen Leuten... sie wollen Ihren Job, und es wird nicht mehr lange dauern, bis sie ihn auch bekommen... "

Und mit der eigenen Vergänglichkeit: "Manche Dinge jedoch sind absolut und definitiv völlig unkontrollierbar... Wenn Sie die sechzig überschreiten, steigen ihre Chancen zu sterben - oder sterbenskrank zu werden. Der Tod ... trifft Menschen, die Sie lieben, Menschen, die Sie mögen, Menschen, die Sie kennen. Er ist überall. Sie könnten der Nächste sein. Aber dann stellt es sich heraus, dass Sie es nicht sind. Und schon wieder könnten Sie es sein."

Nora Ephron wurde 1941 in New York City geboren. Sie ist eine der erfolgreichsten Frauen in der US-amerikanischen Filmindustrie. Aus ihrer Feder stammen so wunderbare Filme wie "Harry und Sally", "Schlaflos in Seattle" und "E-Mail für Dich".

Ihre selbstironische Essaysammlung "Der Hals lügt nie" ist lesenswert.

Samstag, 12. Juni 2010

Wechsel- Zeiten

Meine mehrfach gepiercte Friseurin riet mir dazu, den leichten Rotstich in der Tönung beizubehalten. Ich wiederum hielt es für eine gute Idee, einige Strähnen auf meinem Oberkopf zu blondieren und sie anschließend wieder braun einzutönen. a) Um die nachwachsenden weißen Haare zu überdecken und b) um dem getönten Braunton zu ein paar Glanzlichtern zu verhelfen. Bei dem grauen Himmel, den abgekühlten Temperaturen und dem ständigen Regen verspürte ich heftige Lust auf Farbe. Bei Licht betrachtet, ist mein Haar nun dreifarbig.

Ähnlich erging es mir heute mit dem Layout dieses Blogs. Kaum hatte ich die neuen Design-Vorlagen von Google entdeckt, begann ich auch schon zu experimentieren. Die aktuelle Fassung spiegelt mein akutes Bedürfnis nach Urlaub und Farben wieder.

Ich finde, die Wechseljahre sind ein prima Anlass, um häufiger mal das Layout zu wechseln. Das eigene und das seiner Umgebung. Wenn ich mich in der unmittelbaren Umgebung meines Schreibtisches so umsehe, könnte ich mein Arbeitszimmer eigentlich mal wieder aufräumen und anschließend ein paar Möbel umstellen.

Von "Change" sangen auch "The Scorpions", die mit uns älter geworden sind und nun als Band ans Aufhören denken.

Donnerstag, 10. Juni 2010

Wer ist da in meinem Spiegel?

Eine Fremde hat es sich in meinem Spiegel gemütlich gemacht, ohne dass ich sie dazu eingeladen habe. Vielleicht verschwindet sie von allein wieder. Zurzeit sieht aber nichts danach aus.
Ich kann sogar eine gewisse Ähnlichkeit zwischen uns erkennen. Die Augenfarbe. Das Lachen. Die Art zu sprechen. Doch die Gesichtskonturen bei ihr sind weniger straff, die Gesichtshaut ist weniger faltenlos. Die zornige Falte auf ihrer Stirn habe ich an mir auch noch nie bemerkt.

Eins haben wir beide gemeinsam - wir lachen gern. Das ist doch immerhin eine gute Basis, um sich miteinander vertraut zu machen. Ist es nicht seltsam, das Altern?

Donnerstag, 13. Mai 2010

Emma Thompson: Das ist doch eine kollektive Psychose...

Zitat: Die britische Schauspielerin Emma Thompson, Jahrgang 1959, antwortete auf die Frage: Schönheitsoperationen kämen für Sie also nicht infrage?

Thompson: Niemals. Das ist doch eine kollektive Psychose, unser Widerstand gegen das Alter und den Tod. Und nach meinem Eindruck nehmen die Angriffe auf das weibliche Geschlecht sogar noch zu. Ich verstehe gar nicht, woher das kommt. Aus den Frauenzeitschriften? Ich glaube nicht, dass Männer uns alle in Größe 0 sehen wollen. Julie Christie, eine der schönsten Frauen der Welt, sagte mir einmal: "Wenn Du da lebst, wo alle in Deinem Alter zehn Jahre jünger aussehen als Du, dann lässt Du Dich auch operieren." So hatte ich das noch nicht betrachtet. Aber ich lebe in London und nicht in Hollywood.

(Quelle: Westdeutsche Zeitung, 31.3.2010)


Emma Thompson erhielt einen Oscar als beste Hauptdarstellerin (Wiedersehen in Howards End) und einen für das beste adatierte Drehbuch (Sinn und Sinnlichkeit). Zu den Filmen "Eine zauberhafte Nanny" hat sie selbst die Drehbücher geschrieben.

Samstag, 24. Oktober 2009

Das Alter ist wie eine Meereswelle...

... lauf nicht ängstlich davon - wirf dich hinein!

Die französische Schauspielerin Fanny Ardant sprach diese Worte 2007 im Rahmen eines Interviews mit der Frauenzeitschrift "woman". Das Magazin ist mittlerweile eingestellt worden.

Zum Thema "alternde Schauspielerin" sagte sie:

"... Wenn sie sich liften lassen, verlieren sie womöglich viel von ihrer Persönlichkeit, ihrem Ausdruck. Und sie werden dadurch nicht jünger. Das ist eine Illusion. Also müssen wir das Alter akzeptieren. Ich sage nicht, dass es leicht ist. ...

Wenn Sie hier auf Erden leben, wissen Sie, dass Sie älter werden und sterben müssen. Ist es nicht bizarr, dass man meint, es sei das Wichtigste, dem entgegenzusteuern? Jugendlichkeit ist wie der neue Gott, aber: Dieser Gott ist lächerlich, ihn können wir nicht verehren. Es kann doch im Leben nicht darum gehen, jung und trendy zu sein! Es wäre furchtbar, sterben zu müssen und zu denken: Ich habe mein Leben damit verbracht, möglichst modisch und chic und jung auszusehen.

Leben braucht Leidenschaft, Erfüllung, Sinn, eine Aufgabe, es braucht auch mal das Gegen-den-Strom-Schwimmen und das Risiko. ... "

Was für eine großartige Lebenseinstellung, an der sich so manche Frau ein Beispiel nehmen sollte. Meine Meinung: Lieber gescheit gealtert als dumm geliftet.

Freitag, 23. Oktober 2009

Der richtige Duft erspart das Botox

Foto: weitwinkel/pixelio.de
Ganz neu ist die Meldung nicht mehr, sie ging bereits 2005 durch die Medien: Frauen mittleren Alters, die von ihren männlichen Begleitern jünger eingeschätzt werden möchten, sollten statt eines teuren Parfüms den Duft einer Grapefruit auftragen.

Forscher des Smell and Taste Institutes in den Vereinigten Staaten fanden heraus, dass Männer während eines Experiments nach Grapefruit duftende Frauen durchschnittlich sechs Jahre jünger einschätzten, als sie tatsächlich waren. Andere Düfte wie zum Beispiel Brokkoli, Banane, Pfefferminz oder Lavendel führten die Männer dagegen nicht an der Nase herum.

Ein Blick auf die Homepage des Instituts zeigt, dass Dr. Alan Hirsch seine Studien zu Gerüchen fortgesetzt hat. Erstaunliches kam dabei zu Tage, zum Beispiel:
Eine Frau wirkt bis zu 6 Kilo schlanker auf Männer, wenn sie nach Blumen und Gewürzen duftet. Der richtige Duft wirkt auf Männer auch sehr anregend. Die größte Wirkung erzielte dabei der kombinierte Geruch von Lavendel und Kürbiskuchen (plus 40%).
Wer sich die Wirkung von Düften auf Männer zu Nutze machen möchte, findet hier weitere interessante Studien. Beim Übersetzen hilft gerne Google.

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Stephan Sulke: Mensch ging das aber schnell

Das Schöne am Altern ist, dass es alle trifft - jedenfalls dann, wenn alles gut geht.

Erinnert ihr euch noch an den Sänger Stephan Sulke? (Zu seiner Homepage hier klicken) Anfang der Achtziger wurde sein frecher Hit "Uschi mach kein Quatsch" von den Radiosendern rund um die Uhr gespielt. Danach blieb es lange Zeit still um ihn. Nun bin ich eher zufällig darauf aufmerksam geworden, dass er sich in diesem Jahr musikalisch zurückgemeldet hat.

"Mensch ging das aber schnell" lautet der Titel der aktuellen CD mit intelligenten Texten. Wunderbar selbstironisch staunt er darüber, wie schnell die Zeit und damit auch das eigene Leben vergeht.

Ja, wo ist die Zeit geblieben? Diese Frage drängt sich auch mir auf, wenn ich mir meine tollen, nun schon erwachsenen Kinder ansehe. Vom überraschten morgendlichen Blick in den Spiegel ganz zu schweigen. Wer ist die Frau, die mir da entgegensieht? Eigentlich kann ich das nicht sein, denn ich fühle mich ja noch wie neu und so jung ...




Montag, 21. September 2009

Lernen ist wie rudern gegen den Strom...

... Sobald man aufhört, treibt man zurück. (Benjamin Britten)


Als der englische Komponist Benjamin Britten 1976 starb, war das Leben im Vergleich zu heute noch ruhig und gemütlich. Heutzutage hingegen wissen wir uns vor der Flut der Informationen, die täglich auf uns einstürzen, kaum noch zu retten. Ob Printmedien, Radio, Fernsehen oder Internet - jeder von uns muss sich täglich aufs Neue entscheiden: Was muss ich unbedingt wissen? Worauf kann ich verzichten? Worauf kann ich bei Gelegenheit zurückgreifen?

Niemand nimmt uns die Entscheidung ab, eine Auswahl an Informationen zu treffen. Das ist manchmal verflixt anstrengend - zugegeben. Doch das Schlechteste, was wir tun können, ist, aufzuhören, Neues zu lernen.

Wer aufhört zu lernen, der treibt zurück. Längst wissen wir, dass auch das Gehirn ein Muskel ist, der trainiert werden muss, wenn er gesund bleiben soll. Immer häufiger bieten die örtlichen Weiterbildungseinrichtungen spezielle Lernangebote für Menschen ab 50 an.
Wer allerdings noch mitten im Leben steht und daran gewöhnt ist, sich ständig mit Neuem auseinanderzusetzen, sollte sich auf diese Spezialangebote auf keinen Fall beschränken lassen.

Lebenslanges Lernen trägt dazu bei, dass wir im Kopf jung und fit bleiben. Es macht Spaß, sich immer wieder neue (Lern-)Ziele zu stecken und darauf hinzuarbeiten.

Also bloß keine Hemmnungen - die nächste Weiterbildungseinrichtung ist garantiert nicht weit.

The Young Person's Guide to the Orchestra, Part1 von Benjamin Britten:

Sonntag, 20. September 2009

Filmbesprechung: Oben (Walt Disney)

Gleich zwei Filmbesprechungen hintereinander? Böse Geister könnten meinen, dass ich nichts Anderes zu tun habe. Nun, Freunde, das wäre ein Irrtum. Die zurückliegende Woche war nicht nur sehr arbeitsreich, sie war auch so erfolgreich wie schon lange nicht mehr.
Eine kleine Belohnung für mich selbst und ein Dankeschön an meine Lieben, die mich unterstützen, war fällig,

Über drei Generationen hinweg traf sich die liebe Familie im Kino. Gezeigt wurde "Oben" der neue Film aus dem Hause "Walt Disney" in 3D. Und obwohl die Karte für den Film in der 3D-Technik deutlich teurer war als sonst üblich, war das Kino bis auf nur noch wenige freie Plätze restlos besetzt.

"Oben" ist die wunderbar anrührende Geschichte von einem alten Mann, der zeit seines Lebens mit seiner Frau von einem großen Abenteuer geträumt hatte. Doch die Frau starb, bevor sie sich diesen Traum erfüllen konnten. In einer Krisensituation - ich möchte hier nicht zu viel verraten - macht sich der alte Mann schließlich alleine auf ins Abenteuer.
Sein Wegbereiter ist ein kleiner Pfadfinder, der nur noch ein Abzeichen benötigt, um in die nächst höhere Klasse aufzusteigen - er muss einem älteren Menschen helfen.

Und das tut er dann auch schließlich auf aufregende und anrührende Weise.

"Oben" ist kein Film für Fans der Schenkelklopfer und des groben Humors, stellenweise ist er sogar sehr poetisch, fast traurig. "Oben" erzählt von einer großen Liebe zwischen Mann und Frau und von Lebensträumen, die nicht in Erfüllung gehen. Er erzählt aber auch von der Zuneigung zwischen einem alten Mann und einem kleinen Jungen, der sich nach Aufmerksamkeit und Zuneigung sehnt.
"Trau dich, dein Abenteuer zu leben", könnte die Moral der Geschichte sein.
Mein Urteil: Sehr empfehlenswert für Alt und Jung!

Eine bemerkenswert positive Besprechung des Films findet ihr bei Spiegel online:

Freitag, 1. Mai 2009

Übung gegen schlaffe Knie

Wussten Sie, dass mit zunehmendem Alter die Haut um die Knie herum schlaffer wird? Bestimmt. Um dies zu erkennen, genügt ja ein Blick auf die eigenen.
Mit ein wenig Diziplin lässt sich dagegen jedoch etwas machen. Hier eine einfache isometrische Übung, die hilft:

Auf einen Stuhl setzen, das rechte Bein ausstrecken und mit der Ferse den Boden berühren, wobei die Zehen zur Decke zeigen.Spannen Sie nun die Muskel im Oberschenkel an und versuchen Sie, Ihre Knie nach oben zu bewegen. Jeweils 2 Sekunden anspannen, dann wieder lockerlassen und das Ganze 20 x pro Bein wiederholen.

Burn it up mit Doro Pesch:

Montag, 9. Februar 2009

Birgit Fuchs: Humor ist der beste Katalysator fürs Aushalten und Gelingen

www.birgit-fuchs.com

Pressemitteilung: openpr.de
offenespresseportal.de


Birgit Fuchs:
Autorin und Künstlerin, wurde 1961 in Augsburg geboren.

Nach dem Abitur studierte sie Pädagogik, Kunst und Psychologie und entschloss sich, Lehrerin zu werden. Ihre drei eigenen Kinder, die in kürzest möglichern Abständen das Licht der Welt erblickten, wurden zu ihren liebsten Forschungsprojekten. Im Jahr 1995 erschien der erste Ratgeber in Sachen Kinderbeschäftigung. Ihr erster Liebesroman erschien unter dem Titel "Lieber Männer mit Macken als gar nichts zu lästern" im Sieben Verlag.

Das Malen hat Birgit Fuchs neben ihrer Arbeit als Autorin nie aus den Augen verloren. Ihre farbstarken Arbeiten waren bereits in zahlreichen Ausstellungen zu bewundern.



ISBN:978-3-940235-10-7

Preis: 14,90Euro, 184 Seiten
bestellbar bei www.buecher.de

Produkt-Deeplink


Das Interview:

Liebe Birgit, herzlich Willkommen auf SweetLittle50. Du hast nicht eine Sekunde gezögert, mit mir über die magische Zahl 50 im Leben einer Frau zu reden - dabei fehlen dir selbst noch ein paar Jahre bis dahin. Hast du denn gar keine Angst vor dem Älterwerden?

Birgit Fuchs: Ich zögere selten bis gar nicht, wenn mich eine Sache spontan anspricht. Da ich ein sehr begeisterungsfähiger Mensch bin, führt das natürlich dazu, dass ich in sehr vielen und unterschiedlichen Angelegenheiten unterwegs bin. Entweder von der Denke her, was oftmals verbunden ist mit längeren Telefonaten, in denen ich mich mit „meinen Weibern“ darüber berate, oder eben ganz konkret. So wie bei der Ankündigung Deiner Website. Und nein, ich habe keine Angst älter zu werden, sondern gruselige Panik davor, krank zu werden. Ich finde, es reicht einem ja so schon bis obenhin. Nein, ich würde eher sagen, dass mich das Älterwerden verärgert. Oder dass es mich wehmütig stimmt. Ärger deswegen, weil es sehr ungerecht ist, ein Gehirn, das seit knapp 50 Jahren emsig täglich dazu gelernt hat, irgendwann auf seinem reifsten Stand verabschieden zu müssen, wenn es dann hinab geht. Schade drum. Denn am Ende des Älterwerdens steht ja nun mal unausweichlich der Tod. Und Wehmut darüber, dass ich dann nicht mehr alles mitkriege an Schönem, Liebgewonnenem, Interessantem usw. Ein scheußlicher Gedanke.
Naja, wenn ich mir das alles nochmal durchlese, könnte es direkt sein, dass ich doch Angst habe vor dem Älterwerden? Tja, wer hätte das gedacht!


In deiner Brust wohnen mehrere Seelen - du bist Autorin, Künstlerin, Mutter, Partnerin. Wie bekommst du all diese unterschiedlichen Talente und Aufgaben unter einen Hut? Woher nimmst du die Zeit und die Kraft?

Birgit Fuchs: Dazu kann ich nur sagen - ich habe eigentlich weder die Zeit, noch die Kraft! Beides hat zur Folge, dass ich ein aufbrausender Typ bin, wenn sowohl Plan A, als auch Plan B nicht funktionieren. Das heißt, die Kinder oder der Mann erweisen sich trotz mehrstündiger und gesteigerter Bitten (Bitte, Forderung, Befehl, Drohung, Hysterie) wieder einmal als äußerst kontraproduktiv. Oder die Katze saß in den Farbpigmenten und macht eine stundenlange Reinigungsprozedur erforderlich. Denn zwangsläufig habe ich als Frau natürlich noch weitere Posten zu bekleiden, wie zB. den der Putzfrau, der Heilerin (keine Sorge, mein Schatz, ich w e i ß , dass alles gut wird), der Managerin (was tut man, wenn die asthmakranke Tante vor der Tür steht, der Meerschweinkäfig aber stinkt, gleich eine Lektorin anrufen wird und Kind Nummer 2 noch ein Kostüm für das morgige Schultheater braucht, in dem es die Rolle des Dativs spielen muss?), der Sexgöttin (naja, man tut, was man kann, aber nur wenn Zeit ist (s.o. J), der Köchin (angeblich immer zuviel, wird aber alles aufgegessen. Meist von mir…), der „Stimmungsverantwortlichen“, doch allmählich sehe ich das nicht mehr ein, schließlich sind alle nun alt genug, um selbst die Verantwortung für die nötigen Witze im Haus zu übernehmen. Und überhaupt - um wieder auf das Ausgangsthema zurück zu kommen: Ich habe keine Lust mehr auf Dinge, die mich nicht auch persönlich ein wenig weiter bringen. Ich reduziere sozusagen die Muss`s auf Kann`s, und wem es nicht passt, der hat Pech gehabt.


Wie schlägt sich deine wachsende Lebenserfahrung in deiner Arbeit nieder? Drückt sie sich in deinen Büchern und in deinen Bildern aus?
Birgit Fuchs: Eine angewachsene Lebenserfahrung drückt sich ganz sicher in allem aus, was man produziert. Wenn es denn dann authentisch ist und kein mechanisches Machwerk ist wie „Malen nach Zahlen“, oder Schreiben nach Schablonen. Das soll es ja auch geben. In pädagogischen Buchprojekten zeigt sich meine Erfahrung hauptsächlich darin, dass ich der Entwicklung von Haltungen, Entwicklung von kindlichem Wissen, Entwicklung emotionaler Intelligenz usw. eine viel längere Dauer einräume, als ich es als junger Mensch getan hätte. Oder als es heute vermutlich auch noch viele Lehrer tun. Mehr Toleranz und Zuversicht sind gefragt, eine mutige und positive Grundhaltung als tragfähige Wertemaßstäbe für Jugendliche (oder auch sture Anverwandte) müssten vorgelebt werden. Deswegen lass ich es gerne auch dahingestellt, wenn irgendwelche Fernsehpfarrer oder sonstige Moderatoren sich fröhlich vom Publikum verabschieden mit den Worten: „Passen Sie gut auf sich auf“. Ja bitte, warum denn nicht. Ich find das gar nicht so verkehrt. Das klingt jetzt recht heilig und superliberal, doch ich glaube daran. Nur klappt das mit der Umsetzung oftmals nicht so recht. Doch ich denke, die Grundeinstellung ist trotzdem spürbar. Gerade wenn man älter wird und der Zielvorstellung einer achtbaren Respektsperson näher kommt. Nur beim U-Bahnfahren sollte man vorsichtig sein…
In meinem ersten belletristischen Werk „Lieber Männer mit Macken als gar nichts zu lästern“ gehe ich allerdings wesentlich weniger zimperlich vor, was das männliche Geschlecht angeht. Denn da hab ich gelernt: Gebt jedem Mann die Chance, dasselbe zu leisten wie eine Frau! Auch hier hege ich zwar den festen Glauben daran, dass sich schon irgendwann alles fügen wird - nur würde ich mir gerne ein deutlich rascheres Tempo wünschen.
In meinen Bildern komme ich immer wieder auf die Grundmotive der „Landschaften mit Weg/Gewässer“ zurück, für mich ein Sinnbild für die geschenkte Natur und die verpflichtende Suche nach Orientierung und Lebensfreude, und auf das einladende Motiv der Früchte. Als Symbol der Fruchtbarkeit, Geselligkeit oder der Ernte des Lebens…

Bei deinen Bildern, die man auf deiner Homepage www.birgit-fuchs.com betrachten kann, überwiegen kräftige Farben. Umso stärken fielen mir die gedämpften Farben einiger weniger Bilder auf. Kennzeichnen diese Werke vielleicht spezielle Abschnitte in deinem Leben?

Birgit Fuchs: Ich male in der Regel nur dann, wenn die Motivation in mir hoch ist, ein inneres Bild zum Ausdruck zu bringen. Dazu benötige ich sehr viel Energie, diese Energie kann dann sogar auf den Betrachter übergehen. Man kennt ja die physiologisch und psychisch beobachtbaren Reaktionen von Menschen auf bestimmte Farben. Wenn auf meiner Homepage Bilder mit schwächeren Farben auftauchen, dann sind sie fast ausnahmslos im Anschluss an ein vorheriges Bild entstanden, und die Kraft stand nicht mehr in derselben Menge zu Verfügung.


Du bist Mutter von drei Töchtern. Welches Lebensmotto versuchst du ihnen mit auf den Weg zu geben?

Birgit Fuchs: Alles ist ein Prozess und der Wandlungsfähigkeit unterworfen, Geht nicht gibt’s nicht, und: Humor ist der beste Katalysator fürs Aushalten und Gelingen.
Und ganz wichtig: Freude! Wenn es Sommer ist, freu ich mich auf den Herbst, wenn es Herbst ist, auf den Winter und den Frühling, usw.


Bist du in deinem Arbeitsalltag schon einmal auf Vorurteile gestoßen, was dein Plus an Lebenserfahrung angeht? Oder ziehst du umgekehrt sogar Vorteile daraus?

Birgit Fuchs: Im Arbeitsalltag stoße ich immer wieder auf „Vorurteile“, allerdings verstecken sich diese Vorurteile gerne hinter Gesichtsfassaden jüngerer oder unreifer Geschlechtsgenossinnen, die geprägt sind von Blasiertheit, wenn sie nicht verstehen, was man meint, oder sie begegnen einem in Form von versuchten Spötteleien, die nicht selten auf Neid basieren. Neid allein schon darüber, dass der andere eine eigene Meinung h a t und sogar noch in der Lage ist, dieselbe zu vertreten. Da steigen viele bereits schon inhaltlich aus, weil sie sich zu sehr auf Äußerlichkeiten stürzen. Aus diesem Grund gehen auch viele Leute den sicheren Weg des Klischees und des belanglosen Smalltalks. Deshalb gewöhne ich es mir zusehends an, Zeit und Gefühle nur noch in jene erwachsenen Leute zu investieren, die aufrichtig sind.


Stell dir bitte vor, du erhältst in einer Talkrunde mit namhaften Repräsentanten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien die einmalige Chance, alles zu sagen, was dir schon lange zum Thema „Frauen über 50“ auf dem Herzen liegt. Welches Anliegen ist dir am wichtigsten?

Birgit Fuchs: Ich würde den „Senat der weisen Brüste“ ins Leben rufen und dafür plädieren, dass Frauen über 50 – vorausgesetzt, sie fallen nicht unter die vorherige Kategorie - mit einer noch zu formulierenden Qualifikation bedacht werden, die sie in besonderem Maße in Sachen Reife, Weisheit, emotionaler Intelligenz, Frustrationstoleranz, Führungs -und Managerqualitäten und Kreativität ausweist und damit zu begehrten und hoch dotierten Beratungskräften für Großbetriebe werden lässt.

Was fällt Dir zum Stichwort „ewige Jugend“ ein? Wie weit würdest Du gehen, um sie Dir zu erhalten?

Birgit Fuchs: Wenn mein Augenlid über die Manuskriptseite hängt, lass ich es definitiv abschneiden. Wenn die Ärzte eine unkomplizierte und narkosefreie Methode zur Entfernung des Truthahnhalses entwickeln, gehe ich vielleicht auch hin, aber solange folge ich dem Rat meiner entzückenden Töchter, die kürzlich meinten: „ Mama, zieh nen Schal an, das wirkt jünger.“

Was verbindest Du mit dem Begriff, Schönheit des Alters?

Birgit Fuchs: Schön? Was ist schön. In der Malerei ist der Begriff verpönt. Schönheit ist sehr relativ. Ich würde sagen, es sind die Möglichkeiten des Alters, die bestechen. Die Freiheiten, Individualitäten und Möglichkeiten, die man sich erarbeitet hat oder die man besitzt aufgrund seiner gemachten Erfahrungen, sowohl geistig, als auch ethisch-moralisch und sozial. Es ist die Persönlichkeit, die jemand erworben hat, die von innen her beleuchtet wird. Von daher strahlen manche Menschen mehr und manche weniger, würde ich meinen.

Als Gast einer Talkshow im Fernsehen darfst Du alles zum Thema „Frau von 50“ sagen, was Dir auf dem Herzen liegt. Leg los!

Birgit Fuchs: Ich würde den Moderator tippen lassen: Welche Besucherin ihrer Talkshow ist ab 50? Und schon wäre alles gesagt. Ich glaube niemals, dass der Knabe auch nur zu 40% richtig läge. Denn was früher einmal Frauen ab 50 waren, sind heute Frauen ab 60 oder70. Ab-Fünfzigerinnen heutzutage sehen anders aus, verkörpern ein ganz anderes Selbstverständnis, kriegen erst mit 43 ihre Kinder und stehen in der Lebensblüte. Frauen ab 50 legen überhaupt erst richtig los!

Liebe Birgit, vielen Dank für dieses Interview. Als Musikwunsch hast du dir Walking in Memphis von Cher ausgesucht. Bitte schön: